Bund fördert Vorhaben zur gesellschaftlichen Vielfalt an Bremer Kultureinrichtungen mit 1,4 Millionen Euro

Die Kulturstiftung des Bundes fördert mit dem Programm "360 Grad – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft" Einrichtungen aus Kunst und Kultur dabei, die Themen Einwanderung und kulturelle Vielfalt als chancenreiches Zukunftsthema aktiv in die eigenen Häuser und in die Stadtgesellschaft zu tragen. In der ersten Förderrunde wurden bundesweit 17 Einrichtungen mit insgesamt rund sechs Millionen Euro bedacht. Darunter befinden sich vier Bewerber aus Bremen: das Theater Bremen, die Stadtbibliothek, das Focke-Museum und die Kunsthalle.

Insgesamt vergibt die Bundeskulturstiftung bis zu 1,44 Millionen Euro an die Bremer Einrichtungen, 360.000 Euro pro Haus. Die Häuser müssen selbst 50.000 Euro beisteuern.

Dem Theater Bremen geht es unter dem Titel "Everyone's welcome" um programmatische Innovationen: Überzeugt von der Tatsache, dass das Theater ästhetisch interessanter und gesellschaftlich relevanter wird, wenn es sich nicht nur auf die kanonischen "bürgerlichen" Narrative konzentriert, will es die Wahrnehmungen der Menschen mit Migrationsgeschichte verstärkt reflektieren, um ein neues künstlerisches Programm zu entwickeln und umzusetzen. "Ein diversitätsorientierter Veränderungsprozess nach innen wird diesen Prozess begleiten, genauso wie eine verstärkte interkulturelle Kommunikation nach außen", kündigt das Theater an.

Die Stadtbibliothek Bremen möchte ihre Diversitätsarbeit weiter ausbauen und "blinde Flecken" genauer betrachten, um die Bremer Stadtgesellschaft zukünftig besser einbeziehen zu können. Dafür sollen unter anderem neue Zielgruppen und Einzelpersonen mit bisher geringen Teilhabemöglichkeiten angesprochen, neue Wege in der Kommunikation eröffnet und das gegenseitige Verständnis für kulturelle Vielfalt gefördert werden. Vor allem Menschen mit Einwanderungsgeschichte, die bisher nicht in Vereinen organisiert waren, sollen gemeinsam mit neuen Partnern einbezogen werden, um die Angebote der Bibliothek gemeinschaftlich weiterzuentwickeln.

Mit seinem Vorhaben "Focke vernetzt" setzt sich das Focke-Museum mit den Themen Einwanderung, kulturelle Vielfalt und Teilhabe auseinander. Ab dem 1. April 2018 fördert die Kulturstiftung des Bundes vier Jahre lang eine Agentin oder einen Agenten, die oder der die Entwicklung neuer Perspektiven auf die Stadtgeschichte, die Erarbeitung neuer Inhalte und Outreach-Programme sowie den Aufbau neuer Kooperationen mit kulturell vielfältigen Akteuren in der Stadt vorantreibt.

Neben den drei öffentlich getragenen Einrichtungen hat sich auch die von einem privaten Verein getragene Kunsthalle durchgesetzt. Einen grundlegenden Perspektivenwechsel strebt sie mit dem Vorhaben "Diversifying the Kunsthalle Bremen" an, um das Haus für neue Zielgruppen zu öffnen. In ihrer Arbeit widmet sie sich besonders den migrantischen und postkolonialen Aspekten ihres Programms und seiner Vermittlung, des Personals und der Kommunikation. Dazu möchte die Kunsthalle die Geschichte Bremens als nach wie vor global vernetzter Stadt des Handels und der Emigration kreativ interpretieren. Das Team beabsichtigt außerdem, Ausstellungsangebot und Rahmenprogramm kulturell vielfältiger zu gestalten und in der Personalentwicklung demografische Entwicklungen stärker zu berücksichtigen.

 

Veranstaltung der Jacobs University: "Was steckt hinter Chinas Innovationskraft?"

Erst kopieren, dann optimieren: Wenn es um das Kapern westlicher Technologie geht, genießt China einen zweifelhaften Ruf. Doch ist dieses Bild noch gerechtfertigt? "Es gibt viele Hinweise, dass das Land technologisch erheblich innovativer geworden ist“, sagt Prof. Tobias ten Brink, stellvertretender Leiter des China Global Centers der Jacobs University in Bremen. In manchen Bereichen, wie beim bargeldlosen Bezahlen oder der Elektromobilität, ist China sogar ein Vorreiter. Was steckt hinter der Innovationskraft Chinas? Darum geht es in einer Veranstaltung am Donnerstag, 25. Januar, ab 17 Uhr, am China Global Center (Campusring 1, Bremen).

Nach einer Einführung von Tobias ten Brink spricht Sarah Münch, zuständig für den Bereich digitale Transformation bei der C. Melchers GmbH & Co. KG, über "Herausforderungen eines Global Players im Wandel des Handels im asiatischen Raum". Monika Schädler, Professorin für Wirtschaft und Gesellschaft Chinas an der Hochschule Bremen, blickt in ihrem Vortrag auf Politik, Wirtschaft und Universitäten in China, bevor Professor Ingo Liefner als Hauptredner auf die Quellen Innovationskraft Chinas eingeht. Der Experte für Wirtschaftsgeographie lehrt an der Universität Hannover ebenso wie an der East China Normal University in Schanghai und ist Berater der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung initiierten "Deutsch-Chinesischen Plattform Innnovation".

Die Vorträge werden teils auf Deutsch, teils auf Englisch gehalten. Ein Empfang mit Speisen und Getränken bietet den Teilnehmern im Anschluss Gelegenheit zum Austauschen und Netzwerken. Wer an der Veranstaltung teilnehmen möchte, sollte sich bis zum 18. Januar per E-Mail an chinaglobal(at)jacobs-university.de anmelden. Der Teilnehmerbeitrag beträgt 40 Euro, Studierende und Wissenschaftler mit Bezug zum Themenfeld des Abends können sich unter Angabe ihres Studiengangs oder Forschungsschwerpunkts kostenfrei registrieren.

 

 

Deutsche Windtechnik gründet neue Einheit in den USA

Der unabhängige Instandhalter Deutsche Windtechnik weitet seine Geschäftsaktivitäten ab Januar auf den nordamerikanischen Markt aus. Die Neugründung der US-amerikanischen Einheit "Deutsche Windtechnik Inc." mit Hauptsitz in Houston, Texas, erfolgte bereits im November. "Der Schritt ermöglicht der bisher auf europäischer Ebene aktiven Deutschen Windtechnik, mit langfristiger Perspektive flexibel vor Ort zu agieren", teilt das Unternehmen mit. "Ziel ist, die Vorteile des unabhängigen Anlagenservice auch den amerikanischen Betreibern und Investoren zeitnah zugängig zu machen."
 
Die Geschäftsführung der amerikanischen Einheit wird Melf Lorenzen übernehmen. Er war mehr als drei Jahre bei der Deutschen Windtechnik unter anderem als Country Manager für den spanischen Markt tätig.
 
Der amerikanische Markt bietet nach Angaben des Unternehmens mit 88 Gigawatt installierter Anlagenkapazität bereits viel Potenzial für die Instandhaltung. Als Spezialist für die Anlagen der Hersteller Vestas, Siemens, Nordex, Senvion und Gamesa beherrscht die Deutsche Windtechnik etwa die Hälfte der in den USA eingesetzten Anlagentechnologien.

"Nach der Übernahme von UpWind und Availon durch den Hersteller Vestas gibt es bis dato keinen unabhängigen Instandhalter mit der Kompetenz für Vollwartung in den USA", berichtet Melf Lorenzen. "Unsere Gespräche vor Ort haben gezeigt, dass unsere Qualitäten als international erfahrener Independent Service Provider für die Betreiber eine interessante Alternative bieten." Auf lange Sicht will die Deutsche Windtechnik in Nord- und Südamerika weiter expandieren.

 

Geflüchtete fassen Fuß im Handwerk: Über 200 Auszubildende im Oldenburger Land

Bei der Handwerkskammer Oldenburg sind mittlerweile 204 Ausbildungsverhältnisse registriert, bei denen der Lehrling aus einem nichteuropäischen Asylherkunftsland stammt.  Die größte Zahl von Ausbildungsverträgen wurde mit jungen Menschen aus Syrien (71 Ausbildungsverhältnisse) abgeschlossen, gefolgt von Afghanen mit 67 und Irakern mit 44 Ausbildungsverträgen. Weitere 94 Personen befinden sich seit dem 1. August 2017 in Ausbildungsvorbereitung, in so genannten Einstiegsqualifikationen.
 
"Das Handwerk wird seinem Ruf als weltoffene Gesellschaftsgruppe gerecht", betont Wolfgang Jöhnk, Geschäftsbereichsleiter Berufsbildung der Handwerkskammer Oldenburg. "Die Betriebe geben den zu uns gekommenen Menschen die Chance, sich mit einer fundierten Ausbildung auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren."

Dabei sei interessant zu beobachten, dass die Geflüchteten in dieselben Berufe streben wie die Deutschen. "Die Ausbildungen zum Kfz-Mechatroniker und zum Friseur stehen jeweils ganz weit oben", so Jöhnk. Unterschiede gebe es aber zwischen den Herkunftsländern: Während sich junge Menschen aus Afghanistan für Metallberufe und den Kraftfahrzeugmechatroniker entscheiden, wählen Syrer und Iraker vermehrt die Berufsausbildung zum Friseur.
 
Einen großen Anteil am Erfolg hat laut Handwerkskammer das landesweite Integrationsprojekt Handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber (IHAFA). Zwei Berater der Handwerkskammer Oldenburg haben seit Ende 2015 (Projektstart) 609 Kontakte gehabt, 1734 Beratungen durchgeführt und bei 161 Veranstaltungen über handwerkliche Ausbildungen informiert. Es wurden 295 Praktika organisiert.

 

Zweifacher Grammy-Gewinner wird Honorarprofessor an der Jade-Hochschule

Michael Brammann ist zum Honorarprofessor an der Jade-Hochschule ernannt worden. Der Tonmeister und zweifache Grammy-Gewinner ist bereits seit 2003 Lehrbeauftragter für Studiotechnik am Institut für Hörtechnik und Audiologie.
 
Brammann war bei über 1000 LP- und CD-Veröffentlichungen verantwortlich für die Tonaufnahme und Abmischung. Als größten Erfolg nennt der Tonmeister die über 30jährige Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Nikolaus Harnoncourt. Die Resultate dieser Arbeit wurden mehrfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem Grammophone Award und im Jahr 2002 mit dem Grammy, dem bedeutendsten US-Musikpreis. Im Jahr 2007 kam ein weiterer Grammy dazu – diesmal mit einem russischen Orchester unter Yuri Bashmet.

Am Institut für Hörtechnik und Audiologie der Jade Hochschule sieht Michael Brammann den Schwerpunkt seiner Arbeit darin, den Studierenden die kulturellen und technischen Aspekte einer Audioaufnahme nahezubringen und ihnen die Werkzeuge eines Tonmeisters an die Hand zu geben. Der Praxisbezug ist ihm dabei besonders wichtig. So initiierte er beispielsweise eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Oldenburgischen Staatstheater.
 
"Ich erlebe die Jade Hochschule als einen ganz besonderen Ort, mit einem Betriebsklima, welches wohl in der freien Wirtschaft seinesgleichen sucht", so Brammann. "Grund dafür sind die außergewöhnlichen Persönlichkeiten unter den Lehrenden und die engagierten Studierenden."

 

 

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